Eine Pyramide der besonderen Art
Abfälle vermeiden-verringern-verwerten-entsorgen
Deutlicher als so geht es nicht: Der Landesabfallplan
spricht eindeutige Worte, wenn es um den Abfall in Südtirol geht.
Die vorrangigen Ziele nach dem Pyramidenprinzip sind das Vermeiden, das
Verringern bereits an der Quelle, sprich bei der Produktion, das Verwerten
der wieder verwendbaren Fraktionen und schließlich das Entsorgen
der anfallenden Abfälle. „Mit dieser Philosophie liegt unser
Land im internationalen Trend und verfolgt eine nachhaltige Politik in
der Abfallwirtschaft mit Blick auf die Umwelt und die Schonung der Ressourcen“,
unterstreicht der zuständige Landesrat Michl Laimer.
Besonderes Augenmerk wird auf die getrennte Sammlung der Abfälle
gelegt. Sie nimmt eine herausragende Stellung in einer modernen Sichtweise
der Abfallproblematik ein. Aber nicht alle getrennten Bestandteile des
Abfallbergs eignen sich tatsächlich für eine Wiederverwertung.
Hier geht es darum, eine Kosten-Nutzen-Rechnung aufzustellen, um zu sehen,
ob sich die Mühen der Sammlung für bestimmte Stoffe rechnen
oder nicht.
Aus diesem Grund unterscheidet man die klassische getrennte Sammlung von
den restlichen getrennten Sammlungen.
Die klassische getrennte Sammlung:
Mit diesem Begriff werden all jene Sammlungen bezeichnet, welche die Wiederverwertung
der Materialien zum Ziel haben. Darunter fallen das Papier, der Karton,
das Glas, das Metall und der Biomüll. Besonders aus ökologischen
Gründen ist die getrennte SammluAng dieser Stoffe sinnvoll und berechtigt.
Der Landesabfallplan aus dem Jahr 1999 sieht demnach für die einzelnen
Kategorien vor, dass Minimalziele in Bezug auf die Menge erreicht werden.
So muss beispielsweise für Papier, Karton und Glas ein Anteil von
mindestens 70% der Wiederverwertung zugeführt werden, bei Biomüll
entspricht dieser Anteil 60%.
Andere getrennte Sammlungen:
Neben der klassischen getrennten Sammlung bieten die Gemeinden auch andere
getrennte Sammlungen an und zwar von Sperrmüll, von gefährlichen
Hausabfällen, von Bauschutt, Plastikstoffen und ähnlichem. Während
die Umweltbilanz für die klassische getrennte Sammlung immer positiv
ausfällt, müssen diese Sammlungen lokal unterschiedlich bewertet
werden.
Wie läuft die getrennte Sammlung ab?
Bei den sogenannten trockenen Bestandteilen wie Papier, Karton, Glas und
Metall haben sich in unserem Land die Systeme zum Selbstabgeben durchgesetzt.
Die Bürger bringen die Materialien zu Sammelstellen bzw. Zum Recyclinghof.
Die feuchten Bestandteile eignen sich hingegen aufgrund ihrer problematischen
Begleiterscheinungen wie Geruch und Hygiene schlecht für eine längere
Lagerung im Haus, weshalb hier sogenannte Tür zu Tür-Sammelsysteme
zum Tragen kommen, genauso wie beim Restmüll. Die organischen Abfälle,
welche auf Landesebene gesammelt werden, wandern schließlich in
eigens dafür vorgesehene Anlagen in unserem Land.
Die getrennte Sammlung in Zahlen:
Jedes Jahr fallen in Südtirol rund 106.000 Tonnen Hausabfälle
an, welche entsorgt werden müssen. Weitere 70.000 Tonnen wandern
A in die Wiederverwertung. Somit weist die Provinz Bozen eine Widerverwertungsrate
von 60 % des gesamten Abfalls auf. Wenn man nur die Müllfraktionen
zählt, welche materiell wiederverwertet werden, „sinkt“
dieser Wert auf 45%. Diese Zahlen liegen jedenfalls bei weitem über
den vom Staatsgesetz vorgeschriebenen Werten. Dasselbe gilt auch bei den
Wertstoffen Papier, Karton und Glas, die mit einer verwertbaren Quote
von 80% ebenfalls über dem vom Landesgesetz vorgeschriebenen Wert
liegen.
Der organische Müll liegt hingegen derzeit bei 15%, was weit unter
dem vom Landesplan vorgesehenen Anteil liegt. Sobald die Gärungsanlage
in der Tisner Au betriebsbereit ist, wird auch dieser Anteil entscheidend
zunehmen, denn hier handelt es sich um die wichtigste Anlage zur Verwertung
von Biomüll in Südtirol.
Amt für Abfallwirtschaft
Tel. 0471 41 18 80
www.provinz.bz.it/umweltagentur/2906