"Bio" als Chance
Qualität, die Unterscheidung von herkömmlichen Produkten, die
Produktion in einer intakten Natur sind die Stärken der Berglandwirtschaft.
Diese Stärken nutzen - nicht nur aber besonders - die Biobauern in Südtirol.
Sie besetzen eine Nische und das erfolgreich, wie man aus dem Zuwachs
an Biobetrieben im Land ablesen kann. Waren 1993 noch 47 Betriebe auf
der Bioschiene unterwegs, zählte man Ende 2004 bereits 418. Und die biologisch
bewirtschafteten Flächen haben sich im gleichen Zeitraum im Obstbau, der
den Anfang gemacht hat, versechsfacht, im Gemüse- und Kräuteranbau versiebenfacht
und bei Wiesen und Weiden gar verfünfzigfacht. Dieser Boom des Bioanbaus
hat verschiedenste Gründe. Zum einen ist ein bestimmtes Interesse an Bioprodukten
erkennbar, ablesbar auch am Erfolg der Bioschiene des Milchhofes Sterzing.
Zum anderen ist ein Trend hin zu einer gemeinsamen Vermarktung von Bioprodukten
zu erkennen, etwa im Obstbau, in dem Südtirol bereits den größten Anbieter
an Bioäpfeln in Europa stellt. Ein Trend, den wir als öffentliche Hand
bereits vor Jahren angeschoben und kontinuierlich begleitet haben. Wer
auf dem Markt erfolgreich sein will, der muss sich Gehör verschaffen -
und im Chor ist dies leichter wie als Solist.
Letztendlich liegen Erfolg oder Misserfolg der Bioschiene in der Hand
der Konsumenten. Wer diese Art kontrollierter, gentechnisch nicht veränderter
und möglichst naturnah produzierter Lebensmittel anderen vorzieht, muss
dafür bereit sein, etwas tiefer in die Tasche zu greifen. Und die Biolebensmittel
trotzdem als Chance sehen - für sein Wohlbefinden.
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Landesrat Hans Berger |