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Brenner Basis Tunnel: das Entscheidungsjahr 2009

Das Jahr 2009 ist entscheidend für den Bau des Brennerbasistunnels und die neue Eisenbahnlinie TEN 1, die Linie Berlin – Palermo. Der zentrale Streckenabschnitt, die Brennerunterquerung ist einer der wichtigsten Abschnitte der gesamten Strecke.

Einige Daten dazu: der Bau des Pilotstollens auf italienischer Seite schreitet zügig voran und hat im Juni eine Länge von über 5 km ab Aicha Richtung Norden erreicht. Der seitliche Zugang, der Fensterstollen bei Mauls, wird sein Ziel von 1,8 km Länge in drei Monaten erreicht haben. Das Zusammenführen beider Stollen wird um Mitte 2010 erfolgen.
Von Innsbruck südwärts werden derzeit die Baustellen eingerichtet, die eigentlichen Arbeiten werden noch in diesem Jahr beginnen.
Der Haupttunnel mit seinen zwei getrennten Röhren befindet sich in der Endgenehmigungsphase zur Finanzierung, sowohl in Rom als auch in Wien. Dies sind die letzten notwendigen Genehmigungen vor Ausschreibung der Arbeiten. Es ist der entscheidende Moment.
Am 18.Mai dieses Jahres ist ein "Memorandum of Understanding" in Rom unterschrieben worden von den Ministerien der drei Staaten Italien, Österreich und Deutschland sowie von den drei Eisenbahnen FS, ÖBB und DB, zusammen mit den fünf Provinzen/Ländern Verona, Trient, Bozen, Tirol und Bayern. Mit diesem offiziellen Dokument haben sie die Absichten besiegelt, diese transeuropäische Verbindung definitiv zu bauen. Das "Memorandum" enthält die Versicherung aller Unterschreibenden, sich für die Realisierung der Linie zwischen München und Verona in realistischer Zeit und in koordinierter Form einzusetzen, jeder nach seiner Zuständigkeit.
Integrierender Bestandteil des "Memorandums" ist ein Aktionsplan, ausgearbeitet von den drei Ministerien und den drei Eisenbahnen wie auch von den fünf Ländern unter der Regie von Karel van Miert, den europäischen Koordinator der gesamten TEN-Achse. Er enthält ca. 80 Maßnahmen mit entsprechenden Erklärungen und Zeitplan, damit das Bauwerk auch sein gesetztes Ziel vollständig erreichen kann: die Verlagerung des Langstreckengüterverkehrs von der Autobahn auf die Schiene. Sie enthalten Maßnahmen logistischer Art, zur Überwachung und Kontrolle zum Bau der erforderlichen Terminals mit entsprechenden Verladekapazitäten. Sie enthalten auch Maßnahmen zur Reduzierung der Belastungen, die von den Bürgern entlang der Strecke gefühlt werden. Dies betrifft vor allem die Emissionen von Schadstoffen wie Feinstaub und Stickoxide mit dem daraus entstehenden Ozon und vor allem der Lärmbelastung.
Nach Abschluss der Genehmigungen in Wien und Rom (CIPE) folgt die Ausschreibung und Vergabe der Arbeiten für die Haupttunnels. Die eigentlichen Arbeiten werden gegen Ende 2010 beginnen, wie vorgesehen. Es bleiben weiterhin die beiden Baustellen bei Mauls und bei Aicha in ihren vorgesehenen Dimensionen. Aufrecht bleiben auch die Umweltauflagen. Die Einhaltung derselben ist verpflichtend und wird kontrolliert.
Es ist das erste Mal, dass bei einem zwischenstaatlichen europäischen Bauwerk die erforderlichen Rahmenarbeiten 12 Jahre vor Abschluss definiert und programmiert werden, damit die Zielsetzungen des Bauwerkes auch zeitgerecht erreicht werden können. In diesem Sinne muss der Einsatz des Koordinators Karel van Miert besonders hervorgehoben werden, der auch in seiner Amtszeit als EU-Kommissar für Verkehr die Ideen der TEN entwickelt hat.

Dr. Walter Huber Dr. Walter Huber

Brenner Basistunnel Beobachtungsstelle für Umwelt und Arbeitsschutz

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