Langzeituntersuchungen helfen gegen Gefahren der Luftverschmutzung
„In der primären Gesundheitsvorsorge erforschen wir die Schädigung der Gesundheit aufgrund von Luftverschmutzung.“ (Dr. Richard Theiner - Landesrat für Gesundheit)
Jeder von uns ist Schadstoffen ausgesetzt, doch selten erhalten wir ein vollständiges Bild der Auswirkungen. Leichtere Atemwegsbeschwerden werden meist zu Hause behandelt und werden so nicht erfasst. Umgekehrt sind schwere, klinisch erfassbare Erkrankungen weniger häufig. Weil die Auswirkungen der Luftverschmutzung auf die Gesundheit nicht unterschätzt werden sollten haben wir Langzeituntersuchung in sechs Südtiroler Gemeinden zwischen 2000 und 2004 durchgeführt. Dafür war es notwendig, die allgemeine durchschnittliche Konzentration der Luftschadstoffe zu messen und deren Entwicklung im Jahresverlauf zu beobachten. Diese Werte wurden mit den Daten der Krankenhäuser und mit den Todesfällen im selben Gebiet und Zeitraum verglichen.
Es hat sich herausgestellt, dass mit der erhöhten Konzentrationen von Stickstoffdioxid und Feinstaub auch die Wahrscheinlichkeit von Todesfällen und Krankenhauseinlieferungen ansteigt. Nur wenige Stunden und Tage später verschlechtert sich der Zustand jener, die ohnehin schon an Herz- oder Atemwegsbeschwerden leiden, spürbar. Der Anstieg von Kohlenmonoxid ruft ernste Beschwerden bei älteren Menschen, Herzpatienten und Rauchern hervor, auch wenn die Messwerte weit unter der gesetzlich vorgesehenen Schwelle liegen. Diese Ergebnisse unserer Studie decken sich weitgehend mit ähnlichen Forschungsarbeiten. Bei den bisherigen Analysen gingen wir davon aus, dass die durchschnittlichen Schadstoffkonzentrationen in der Luft die Einwohner eines Gebietes gleich treffen. In Wirklichkeit jedoch atmet ein jeder von uns unterschiedlich hoch belastete Luft ein, je nach Aufenthaltsort oder nach bestimmten Gewohnheiten, wie z.B. dem Rauchen. Ziel einer neuen Langzeitstudie ist es, gerade solche Personengruppen näher zu beobachten, die der Luftverschmutzung verstärkt ausgesetzt sind, um herauszufinden, welche Beschwerden in welchem Ausmaß bei diesen auftreten. (Dr. Lino Wegher, Institut für Umweltmedizin im Südtiroler Sanitätsbetrieb)
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Der Landesrat Richard Theiner |