Mit erneuerbarer Energie auf dem Weg in die Zukunft
Während von Wasserkraft, Windenergie, Solarenergie oder Erdwärme hauptsächlich Anlagenbauer und Betreiberunternehmen profitieren, werden insbesondere nachwachsende Rohstoffe als Energieträger für Fernwärmewerke oder Biogasanlagen und Grundlage für Biotreibstoffe zunehmend als eine mögliche zusätzliche Einnahmequelle für die Landwirtschaft gehandelt.
Insbesondere Holz ist in Südtirol im Moment ein wichtiges Thema und angesichts der positiven Entwicklung der Fernwärmeanlagen sollte gerade in diesem Bereich mehr einheimisches Holz bzw. Biomasse untergebracht werden. Die Verfügbarkeit in den heimischen Wäldern wäre gegeben und eine stärkere Waldbewirtschaftung bzw. Holznutzung würde auch für unseren Wald von Vorteil sein. Die Herausforderung liegt in der Organisation: sowohl aus Kostengründen als auch aus mangelnder personeller Möglichkeiten einzelner Bauern sollten gemeinschaftliche Strukturen angestrebt werden. Der Faktor Wald und das Produkt Holz sollten wieder zu einem Erwerbszweig der Südtiroler Landwirtschaft werden, auch in Anbetracht der internationalen Entwicklung des Holzmarktes und der Preise.
Die Biogasproduktion in Südtirol ist im Vormarsch. Gegenwärtig sind in Südtirol 27 Biogasanlagen in Betrieb, welche den Wirtschaftsdünger von ca. 4.400 GVE behandeln und jährlich ca. 4,8 Mio. m³ Biogas erzeugen und neben Wärme auch in Strom umwandeln. Einen zusätzlichen Kompetenzgewinn für unser Land erwarte ich mir von der Beteiligung am interregionalen PROBIO - Projekt. Im Rahmen dieses Projektes werden wir das in Südtirol zur Verfügung stehende Potential sowohl quantitativ als auch qualitativ erheben und die in Südtirol bestehenden Biogasanlagen genauestens analysieren um eine Übersicht über die Effizienz, die Biologie und die vorhandenen Möglichkeiten der Biogaserzeugung zu erhalten. Auch auf staatlicher Ebene ist der Gesetzgeber (hoffentlich bald) dabei, besondere Maßnahmen für Alternativ-Energie-Erzeugung aus der Landwirtschaft und deren Nebenprodukte zu setzen.
Ich bin überzeugt, dass Biogas ebenso wie die Holzproduktion für die in unserem Land weit verbreiteten Fernwärmewerke noch einige Möglichkeiten für unsere Landwirte birgt.
Der Weg für erneuerbare Energien scheint frei und während heute die Konkurrenzfähigkeit vielfach nur durch Investitionsbeihilfen und garantierte Preise gewährleistet werden kann, ist bei weiteren Preissteigerungen der fossilen Energieträger von einer zunehmenden Wirtschaftlichkeit dieser alternativen Energieformen auszugehen. Als Landesrat für Landwirtschaft liegt mir diese Entwicklung sehr am Herzen und die Landesregierung wird diese im Rahmen der vorhandenen Möglichkeiten auch im Interesse unserer Bauern mitgestalten. Die Hoffnung auf zusätzliches Erwerbspotential ist durchaus realistisch und auch aus dem Umweltgedanken heraus zu fördern!
 |
Der Landesrat
Hans Berger |