Europäischer Sozialfonds - Bildung und mehr .

Der Europäische Sozialfonds (ESF) gehört zu den so genannten Strukturfonds, jenen Finanzinstrumenten, die von der EU zur Förderung der Entwicklung von strukturschwachen Regionen eingerichtet wurden (in denen etwa die Zahl der Beschäftigten in landwirtschaftlichen oder gewerblichen Bereichen mit Entwicklungsrückstand im Verhältnis zum Dienstleistungssektor hoch ist). Die Strukturfonds zählen daher zu den wichtigsten Instrumenten der Gemeinschaftspolitik und nehmen ständig an Bedeutung zu. Man bedenke nur, dass nahezu 20% der Bevölkerung Europas in den als strukturell schwach eingestuften Beschäftigungszweigen (die unter "Ziel 2" fallen) tätig sind.
Die UN-Konferenz von Rio de Janeiro von 1992 und der Europäische Gipfel von Cardiff 1998 haben den Begriff der "nachhaltigen Entwicklung" im Rahmen der Gemeinschaftspolitiken fest verankert; im Artikel 1 der Verordnung EG 1260/99 wird denn auch erklärt, dass die Gemeinschaft bemüht ist, über ihre Fonds "eine harmonische, ausgewogene und nachhaltige Entwicklung des Wirtschaftslebens, ein hohes Maß an Umweltschutz und Verbesserung der Umweltqualität zu fördern".
Die Tätigkeit, die der ESF Bozen-Südtirol in der letzten Programmperiode 2000-2006 vorangetrieben hat, zeugt von der Vorreiterrolle Südtirols auf gesamtstaatlicher Ebene bezüglich Umweltschutz, wobei Projekten, die sich gezielt in Richtung Verbesserung der Umweltqualität auswirken, ein besonderes Augenmerk gilt.
Dazu seien Forschungsprojekte wie "Monitor" erwähnt (Ziel: eine präzise Analyse des Berufsbildungsbedarfs in den wichtigsten Wirtschaftszweigen des Landes, wie Handwerk, Fremdenverkehr, Informatik und Ökologie) oder "Umweltbildung in Südtirol" (Projektträger: Gemeinde Bozen - eine Erhebung des Bildungsbedarfs unter Berücksichtigung von Nachfrage und Angebot an Umwelterziehung und -bildung).
Außerdem wurden Projekte finanziert, die sich der neuen Berufsbilder im Umweltbereich annehmen, wie etwa Sachverständiger für Bodenschutz und Sachverständiger für nachhaltiges Bauen (Tecnovia), Sachverständiger für Landschaftsschutz und Führung von Schutzgebieten (Ökozentrum Neustift), oder Projekte zur Verbesserung der Kompetenzen und Kenntnisse in Umweltfragen bei öffentlich Bediensteten wie "Gemeinde 21" (Gemeinde Bozen, Syneco G.m.b.H. und Landesagentur für Umwelt). Ergänzend dazu wurden einige Dutzend Projekte für lokale und ökologische Entwicklung gefördert und umgesetzt, die zum Teil ausgesprochen innovativ sind, z. B. das Projekt "Apfelpapier", die Herstellung von Papier und Karton aus Apfelrückständen und Trestern aus der Fruchtsaftgewinnung, Projekte zur Vermarktung biologischer Erzeugnisse in öffentlichen Großküchen Südtirols, zur Aufwertung ortstypischer Produkte wie essentielles Latschenkiefernöl (die "Sarner Latsche" hat beim SMG Marketing Award den zweiten Platz errungen), zur Förderung kogenerativ betriebener Biogasanlagen "Biogas Initiative") oder zur Verbreitung biologischer Anbauweisen im Vinschgau und schließlich die Umweltzertifizierung nach ISO 14001, die öffentliche Stellen wie etwa die Gemeinde Meran erlangt haben.
Diese Tendenz soll für die nächste Programmperiode der Fonds (2007-2013) weiter verfolgt werden, zumal für diesen Zeitraum die Förderung eines lokalen Entwicklungskonzepts ansteht, das die in Südtirol vorhandenen Ressourcen aufwertet und Kenntnisse so einsetzt, dass sie einen Beitrag leisten zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit, zur Anhebung der Lebensqualität, zur gesellschaftlichen Integration und zur Entfaltung der potentiell innovativen Humanressourcen und/oder solcher mit Unternehmergeist (vor allem in den Bereichen Umwelt, Landwirtschaft, Fremdenverkehr und Dienstleistungen).