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Heizen mit Holz
Ein Beitrag zum Klimaschutz

Um es gleich vorgwegzunehmen: Die nicht benötigte Energie ist die sauberste. Daraus läßt sich schon die oberste Priorität für eine nachhaltige und somit zukunftsfähige Energiepolitik ableiten, nämlich mit Energie sparsam umzugehen. Regel Nummer zwei lautet: Energieträger und Techniken mit möglichst geringen Verlusten und Emissionen nutzen.
Die Umweltauswirkungen durch die Energienutzung können lokale, regionale und globale Folgen haben. Während man sich in der Vergangenheit hauptsächlich auf die lokale Umweltbelastung durch die Verbrennungsprodukte beschränkte, wird heute eine umfassendere Sichtweise der Problematik und zwar eine Bilanzierung der Umweltbelastung gefordert. So lassen sich relativ genau der Energieaufwand für die Bereitstellung von Energien bzw. deren Schadstoffbelastungen im In- und Ausland quantifizieren. Darüber gibt es inzwischen verschiedene wissenschaftliche Veröffentlichungen. Schwachstelle ist und wird wohl vorerst bleiben, daß schwer gewichtbare Schäden an Ökosystemen, wie z.B. Tankerunfälle, Tankreinigungen, Ölseen bei der Rohölgewinnung, Verluste durch defekte und undichte Transportleitungen gleichwenig wie Sicherheitsfaktoren in den Ökobilanzen den entsprechenden Niederschlag finden.
Eine verantwortungsbewußte Energienutzung muß außer der Energieeinsparung folgende drei Bedingungen erfüllen:

- Die benötigten Resourcen dürfen sich nicht erschöpfen. Der Reichtum der Erde darf nicht von wenigen Generationen aufgebraucht werden, wobei den nächsten die Folgeschäden bleiben.

- Die Umwelt darf nicht geschädigt und das klimatische Gleichgewicht nicht gefährdet werden.

- Die Sicherheit unserer Welt darf für uns und künftige Generationen nicht gefährdet werden.

Fernheizwerk Toblach
Fernheizwerk Toblach: Heizen mit Holz - Biomasse

Weder fossile Energieträger (Kohle, Öl und Gas) noch Atomreaktoren, sondern lediglich erneuerbare Energien erfüllen diese drei Bedingungen . Biomasse und somit Holz zählt zu den erneuerbaren Energien, denn sie ist ein Umsetzungsprodukt der Sonnenenergie :
Holz ist gespeicherte Sonnenenergie.


ENERGIETRÄGER IM VERGLEICH

SOLARENERGIE HOLZ
  + risikoarme Aufbereitung, Transport, Lagerung
+ emissionfrei + heimisch, regionale Wertschöpfung
+ erneuerbar + erneuerbar
+ imagefördernd + CO2-neutral
+ in Funktion kostenlos + günstige Brennstoffkosten
+ fast keine Hilfsenergie + geringe Hilfsenergie
+ hohe Beiträge möglich - größeres Brennstofflager
- teure Investitionen (Emissionen stark von der Technik abhängig moderne Anlagen gelten als schadstoffarm)

ERDGAS HEIZÖL
+ niedrige Emissionen + effiziente Verbrennung möglich
+ geeignet für Brennwerttechnik und Wärmekraftkoppelungsanlagen + überall vorhanden
- Auslandsabhängigkeit - Auslandsabhängigkeit
- Umweltschäden durch Förd. u.Trans. - Umweltschäden durch Förderung, Lagerung und Transport
- CO2-Emissionen - CO2 u. Methanemissionen
- begrenzte Vorkommen - begrenzte Vorkommen
Vorteile (+) und Nachteile (-) der meist verwendeten Energieträger in Südtirol

Schadstoffemissionen aus Holzfeuerungen
Die Schadstoffmenge und Schadstoffzusammensetzung, die von einer Feuerungsanlage verursacht wird, hängt einerseits von der Verbrennungsgüte und andererseits vom Wirkungsgrad ab. Diese Faktoren wiederum werden hauptsächlich vom Heizkessel, der Brennstoffqualität und den Betriebsbedingungen bestimmt.
Je nach eingesetzter Technik bzw. Benutzerverhalten kann eine Holzfeuerung als saubere oder auch als luftverpestende Energienutzung eingestuft werden.
Die Holzverbrennung verläuft in verschiedenen Stufen und umfaßt komplexe chemisch-physikalische Prozesse, die sehr hohe Anforderungen an die Anlagentechnik stellen, wenn eine hohe Verbrennungsqualität und ein guter Wirkungsgrad angestrebt wird.
Um das Ziel einer möglichst vollständigen Verbrennung zu garantieren, müssen folgende drei Faktoren bei der Feuerungskonstruktion berücksichtigt werden :
- die Verbrennungstemperatur muß mindestens 800-850°C betragen;
- es muß genügend Restsauerstoff zur vollständigen Oxidation vorhanden sein
- und die Verbrennungsgase müssen möglichst optimal durchmischt und genügend lang in der Brennkammer verweilen.
Um die lufthygienisch erforderliche hohe Verbrennungstemperatur zu erreichen, die sich auch positiv auf den Wirkungsgrad auswirkt, sollte der Luftüberschuß möglichst gering sein. Andererseits entsteht bei Luftmangel eine unvollständige Verbrennung, die u.a. hochtoxische Emissionen von Ruß und Kohlenwasserstoffverbindungen zur Folge hat.
Durch eine Auftrennung der Verbrennungsluft in Primär- und Sekundärluft sowie durch eine möglichst homogene Durchmischung der Sekundärluft mit den Verbrennungsgasen und durch eine ungekühlte Nachbrennzone kann eine lufthygienisch optimale Verbrennung erreicht werden.
Dies erfordert entsprechende Anlagenkonstruktionen und Regelungstechnik. Vor allem muß die Feuerung auch eine bei wechselnden Bedingungen (z.B. Holzfeuchtigkeit und Wärmebedarf) im optimalen Betriebspunkt mit geringsten Emissionen betrieben werden.
Die Minimierung des Staubauswurfes sowie die Verbesserung der Wirtschaftlichkeit einer Feuerungsanlage kann durch eine Kondensationsanlage erzielt werden, wie einige Beispiele in Südtirol zeigen. Genutzt wird dabei die im Verbrennungsgas von Biomassefeuerungen in Form von freier Wärme und Kondensationswärme enthaltenen Energiemengen. Als Vorabscheider werden in der Regel Multizyklone verwendet.
Der Anteil der in der Kondensationsanlage gewonnenen Wärmeleistung liegt abhängig von der Laststufe zwischen 5 und 20% der Kesselleistung. Die Reduktion der Staubemissionen beträgt zwischen 50 und 85%.
Biomasse-Heizanlagen mit geigneter Regelungstechnik sind heute Stand der Technik und ermöglichen eine umweltschonende und zukunftsfähige Energieversorgung. Erhältlich sind inzwischen auch kleinere Anlagen und Einzelfeuerungen, die sehr geringe Emissionen verursachen und hohe Wirkungsgrade aufweisen.
Erheblichen Einfluß auf die Abgas-Emissionen und auf die Abgasverluste hat der Wartungszustand der Heizungsanlage. Durch regelmäßige Reinigung und Instandhaltung kann der Schadstoffaustoß deutlich gesenkt und Wirtschaftlichkeit der Anlage verbessert werden.

Unsere größte derzeitige "Energiequelle" bleibt jedoch die Energieeinsparung und bei aller Diskussion um den besten Energieträger sollte nicht vergessen werden, daß es vordringlich dieses beachtliche Potential auszuschöpfen gilt.

Norbert Lantschner
www.provinz.bz.it/umweltagentur