Klimahaus - Bauen mit Köpchen
Angebot und Nachfrage diktieren unser Wirtschaftsgeschehen. Kohle, Erdöl
und Erdgas sind der Schmierstoff ohne den nahezu nichts läuft. Darin
liegt der Sprengstoff: Diese fossilen Energien werden knapper und deren
massive Nutzung hat uns die größte Herausforderung unserer Zeit,
den Klimawandel, beschert. Der Weg der Zukunft heißt deshalb zuallererst
Energie sparen und vermehrt erneuerbare Energien nutzen.
Wer heute baut, sollte unbedingt berücksichtigen, dass er Fakten für
Generationen schafft. Das heißt, wegen der steigenden Energiepreise
und der Herausforderungen des Klimaschutzes sollten nur mehr KlimaHäuser
errichtet werden. Mit dem Begriff KlimaHaus wird keine Bauweise, sondern
ein Energieniveau beschrieben.
Eine optimale Wärmedämmung und solare Nutzung sind der Schlüssel
zum nachhaltigen Bauen. Damit kann die Umwelt- und Klimabelastung erheblich
reduziert und Heizkosten eingespart werden.
Klimahaus
Das KlimaHaus A, das umgerechnet mit nur 3 Litern Heizöl pro Quadratmeter
beheizter Wohnfläche auskommt und daher auch als „3-Liter-Haus“
bezeichnet wird, erfordert für die Außenbauteile sehr hohe Dämmeigenschaften.
Dafür wird es als Gebäude mit ausgezeichneter Energieeffizienz
eingestuft.
Beim Klimahaus B, dem so genannten „5-Liter-Haus“, liegt der
Wärmebedarf gegenüber dem „A-Haus“ etwas höher.
Trotzdem handelt es sich um ein Gebäude mit sehr guter Energiebilanz.
U-Werte in W/(m²K) verschiedener energetischer Gebäudestandards
|
KlimaHaus B
5-Liter-Haus |
KlimaHaus A
3-Liter-Haus |
Wände |
0,20-0,30 |
0,15-0,25 |
Dach |
0,15-0,25 |
0,10-0,20 |
Grund |
0,20-0,30 |
0,15-0,25 |
Fenster |
1,2-1,4 |
0,8-1,2 |
Lüftung |
1-2* |
2* |
*1) kontrollierte Lüftung
*2) Abluftwärmerückgewinnung
Mehrkosten für ein Klimahaus
Bei kluger Wahl der Materialien und intelligenter Projektierung, das heißt
bei Einhaltung der Planungskriterien für energiesparendes Bauen, entstehen
keine wesentlichen Mehrkosten beim Bau eines KlimaHauses.
So liegen die Mehrkosten gegenüber dem Bauen nach der staatlichen Wärmeschutzverordnung
beim „KlimaHaus B“ bei 0 bis 5 Prozent, beim „KlimaHaus
A“ hingegen bei bis zu 15 Prozent.
Grundregeln für das Klimahaus
Die Energiekosten können minimiert werden, indem Energieverluste verkleinert
und Energiegewinne vergrößert werden.
Die Energieverluste werden verkleinert durch:
• kompakte Bauweise
• sehr gute Wärmedämmung
• kontrollierte Wohnraumlüftung
Die Energiegewinne werden erhöht durch:
• verstärkte passive Nutzung der Sonneneinstrahlung (große
Glasflächen auf Südfassade)
• aktive Nutzung der Sonne (Sonnenkollektoren, Photovoltaik)
Ein Klimahaus bietet neben geringeren Heizkosten eine Reihe ökologischer
und wohnbehaglicher Vorteile:
• Durch verstärkte Dämmung vermindern sich die Wärmeverluste
und folglich der Heizenergiebedarf und die Heizkosten.
• Geringere Umwelt- und Klimabelastungen durch verminderten Heizbedarf
bzw. nicht erforderliche Kühlung des Gebäudes.
• Vermeiden von baulichen Schäden durch Kondensation (kein Schimmelpilz)
• Behagliches Wohnen durch höhere Oberflächentemperaturen
von Wänden, Decken und Böden.
• Die kontrollierte Wohnraumlüftung ermöglicht eine optimale
Luftqualität bei geringsten Energiekosten.
KlimaHaus – ein Gewinn für alle:
• die Brieftasche
• die Gesundheit und das Wohlbefinden
• die Umwelt und das Klima
Während der Lebensdauer ermöglicht ein einziges Einfamilien-Klimahaus
eine Energieeinsparung von rund 200.000 Litern Heizöl.
Jährlicher Wettbewerb KlimaHaus
Einmal jährlich wird mit einem Wettbewerb das beste KlimaHaus Südtirols
ermittelt und prämiert. Vorraussetzung für die Teilnahme ist die
Einstufung KlimaHausplus.
Weitere Informationen:
www.klimahausagentur.it
Norbert Lantschner
www.provinz.bz.it/umweltagentur