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Der Klimaschutz bei öffentlichen Bauten

Das Land Südtirol hat seit 1996 für ihre öffentlichen Bauten ein ehrgeiziges Ziel für die Verwirklichung von Maßnahmen der Energieeinsparung und der Reduzierung der CO2 Emissionen zum Schutze des Klimas gesetzt.
Mit der Klimaschutzrichtlinie Nr. 336/98 hat die Landesregierung einige Schwerpunkte definiert:
• in der Wärmedämmung der Gebäudehülle (stärkere Dämmung)
• in der Anlagentechnik (Wärmerückgewinnung, Brennwert-Niedertemperaturtechnik, Einzelraumregelung)
• im Einsatz erneuerbarer Energieträger (mind. 10& des Energiebedarfes)

Als Beispiel sei der Neubau der Freien Universität in Bozen genannt:

Lüftungskonzept der Einzelräume
Das Lüftungskonzept der Einzelräume lebt von der Wechselwirkung zwischen Architektur und Haustechnik. Die wichtigsten Elemente dabei sind die massive Dekke, aussenliegende Sonnenstoren und automatisierte Fensterflügel.
Die Räume sind mit einer Hygienelüftung ausgestattet, welche die Frischluft im Bodenbereich zugsfrei dem Komfortbereich zuführen. Die verbrauchte und erwärmte Luft steigt in den Deckenbereich und wird dort gefasst und abgeführt.
Die massive Decke dient als Wärmespeichermasse. Am Tag wird Wärme aus dem Raum aufgenommen, um in der Nacht über die natürliche Lüftung dem Raum entziehen zu können. Die Nachtauskühlung erfolgt durch Öffnen von automatisierten Fensterflügeln.
Zusammen mit der Hygienelüftung kann so die Raumtemperatur, ohne intensive Klimatisierung, auch im Sommer auf sanfte Weise im Komfortbereich gehalten werden.

Freien Universität in Bozen

Bibliothekslüftung
Der Bibliothek wird in den unteren Geschossen frische Luft zugeführt und im Dachbereich entzogen. Die zugeführte Frischluft wird nicht konventionell über ein Kanalnetz verteilt, sondern durch die Luftströmungen, die sich aufgrund der natürlichen Umtriebskräfte (Dichte, Gasdruck) einstellen. Die dabei erforderlichen, minimalen Luftdrücke erlauben, mit kleiner Ventilatorenleistung (ca. zweimal die eines Duschraum-Haartrockners) auszukommen.
Die Nutzung der massiven Umgebungswände und Decken als Wärmespeicher erfolgt analog derjenigen in den Einzelräumen.

Freien Universität in Bozen

Energieträger
Die Wärmeversorgung der Universität wird durch zwei kondensierende Gaskessel und ein Blockheizkraftwerk sichergestellt. Mit der Eigenstromversorgung aus dem Blockheizkraftwerk kann im Winter der Grundstrombedarf der Uni Bozen grösstenteils gedeckt werden.
Die bei der Stromerzeugung anfallende Wärme wird an das Heiznetz der Uni abgegeben und muss nicht mehr durch die Gasheizkessel erzeugt werden. Die durch das Blockheizkraftwerk (Gasmotor) zusätzlich verursachten Schadstoffemissionen sind sehr gering und belasten die Stadt Bozen in der Grössenordnung eines halben im Stadtverkehr fahrenden Lastkraftwagens. Mit dem Betrieb eines BHKW wird innerhalb des europäischen Stromverbundes nachweislich fossile und atomare Energie ersetzt und somit global gesehen in verschiedener Hinsicht ein wichtiger ökologischer Beitrag geleistet.

Freien Universität in Bozen

Wassererwärmung mit Sonnenkollektoren
Auf dem Dach des Sernesi Gebäudes werden 100 m2 Sonnenkollektoren zur Vorwärmung des Warmwassers eingesetzt. Die modernen Kollektoren weisen in Form von Vakuumröhren einen hohen Wärmeertrag auf. Der solare Dekkungsgrad beträgt 45% des Jahresenergiebedarfes für Warmwasser.

Freien Universität in Bozen

Regenwassernutzung
Die Nutzung des Regenwassers (Grauwassernutzung) reduziert im wesentlichen die gebührenpflichtige Trinkwassermenge durch Verwendung des Regenwassers in den Toilettenanlagen. Das Trinkwasser wird als Lebensmittel geschont. Weiter wird dadurch erheblich Energie gespart, da das Grauwasser gegenüber dem Trinkwasser nicht aufbereitet werden muss.

Freien Universität in Bozen

Isolationen
Durch verstärkte Massnahmen im Bereich der Wärmedämmung wird eine Senkung des Heizwärmebedarfes von 7% gegenüber eines nach geltenden gesetzlichen Vorschriften ausgeführten Projektes erreicht.

Freien Universität in Bozen

Tageslichtumlenkung
Etwa 5% des Stromverbrauches einer Glühbirne wird in Licht umgewandelt. Die restlliche Energie wird als Wärme an die Umgebung abgegeben.
An der Universität Bozen wird mit bewusster Tageslichtführung der Stromverbrauch für Beleuchtung minimiert. Es wird weniger Wärme freigesetzt, die mit einer Klimaanlage weggeführt werden muss.

Freien Universität in Bozen

Ressort für ladinische Kultur und Ladinisches Schulamt, Bauten
Tel. 0471 41 23 33

www.provinz.bz.it/bauten