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Gesundes Leben

Die Stiftung Vital fördert Gesundheit: In der Gemeinde, in der Küche und am Arbeitsplatz.

"Gesundheit entsteht dadurch, dass man sich um sich selbst und für andere sorgt, dass man in die Lage versetzt ist, selber Entscheidungen zu fällen und eine Kontrolle über die eigenen Lebensumstände auszuüben sowie dadurch, dass die Gesellschaft, in der man lebt, Bedingungen herstellt, die all ihren Bürgern Gesundheit ermöglichen", heißt es in der "Ottawa-Charta" der Weltgesundheitsorganisation WHO über "Gesundheitsförderung".
Aufgabe der Stiftung Vital ist es, diese Vorgaben in Südtirol umzusetzen. Informationen sind dabei unerlässlich. Die Stiftung Vital liefert diese News auf ihrer Homepage (www.stiftungvital.it) und in den Sendungen des TV-Gesundheitsmagazins "Vital- Mehr vom Leben", das im RAI-Sender Bozen ausgestrahlt wird. Zudem setzt die Stiftung Programme zur Gesundheitsförderung um: in der Freizeit und am Arbeitsplatz, in Unternehmen, in Gemeinden und in der Küche.

Gesundheitszirkel im Pfl egeheim Kurtatsch

"Gesundheit ist ein Zustand völligen körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefindens, und nicht nur das Freisein von Krankheit oder Gebrechen", stellte die WHO 1946 fest. Im Privatleben. Und am Arbeitsplatz. Das ist in Europa keineswegs selbstverständlich. Laut einer Umfrage aus dem Jahr 2006 bewerten 41 Prozent aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der europäischen Union ihren Job als zu anstrengend und belastend. 21 Prozent der Befragten sind der Auffassung, unter gefährlichen oder ungesunden Bedingungen zu arbeiten und 14 Prozent glauben nicht, dass ihre Arbeit ihnen ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Beruf, Familie und Privatleben ermöglicht. Wer sich im Büro oder an der Werkbank nicht wohl fühlt, arbeitet schlechter - und ist häufiger krank.
Gesundheit ist also ein Wirtschaftsfaktor. Auch in Südtirol. Im Pflegeheim Kurtatsch, in der Gemeindeverwaltung Bruneck, beim Sportartikelhersteller Salewa Oberalb, beim Keramikproduzenten Thun und bei den Etschwerken setzt die Stiftung Vital deshalb das Programm "KMU-Vital" um - ein von der "Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz" und anderen Institutionen entwickelter "Werkzeugkasten" für ein erfolgreiches Gesundheitsmanagement. Die einzelnen Module des Modells "KMU-Vital" umfassen die Bedarfsanalyse ebenso wie die Umsetzung gesundheitsfördernder Maßnahmen.
In den fünf Betrieben sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und das Management über das Arbeitsumfeld, die Arbeitsanforderungen, körperliche Beschwerden oder das Betriebsklima befragt worden. Zudem wurde in den fünf Unternehmen jeweils ein Gesundheitszirkel gebildet - eine Gruppe von sechs bis acht Mitarbeitern, die über das Gesundheitsmanagement im Unternehmen diskutieren, Probleme im Betriebsalltag aufzeigen und Lösungsvorschläge erarbeiten.
Modernes Gesundheitsmanagement - das ist nicht nur in Südtirol ein aktuelles Thema. Auch deshalb richtet die Stiftung Vital am 16. November in Bozen die Tagung "Gesundheit als Wirtschaftsfaktor - Gesunde Mitarbeiter in gesunden Betrieben" aus, auf der Fachleute und Unternehmer aus dem In- und Ausland über Erfahrungen und Konzepte zur betrieblichen Gesundheitsförderung diskutieren werden.
Aber nicht nur in Chefetagen, Unternehmensverwaltungen und Werkhallen wird Gesundheit gefördert - die Stiftung Vital ist derzeit auch in den drei Pilotgemeinden Plaus, Bruneck und Kurtatsch tätig. Etappen des ehrgeizigen Programms "Gesunde Gemeinde" sind ein Beschluss des Gemeinderats, eine so genannte Bedarfserhebung, die Gründung von Gesundheitsarbeitskreisen, die Umsetzung der geplanten Projekte sowie deren Bewertung und Dokumentation.

Gesund wandern jeden Freitag

Wie vielfältig Gesundheitsförderung sein kann, zeigt das Beispiel Plaus. Im Frühjahr waren dort 418 Einwohnerinnen und Einwohner im Rahmen des Projekts "Gesunde Gemeinde" mit einem acht Seiten umfassenden Fragebogen über die Lebensqualität im Dorf befragt worden. Die Bevölkerung konnte sich dabei, unter anderem, über die Qualität von Freizeit- und Einkaufsmöglichkeiten, über das Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln und Spielplätzen oder über Sozial- und Gesundheitseinrichtungen, Betreuungsangebote für Kinder, Natur- und Umweltschutz und die kulturräumliche Ausstattung der Gemeinde äußern. 218 der anonymen und nicht zurückverfolgbaren Fragebögen wurden ausgefüllt - das ist ein sehr gutes Ergebnis.
Gesundheitsförderung lässt sich nicht anordnen. Die Mitarbeit der Betroffenen ist deshalb unerlässlich. Im April hat sich in Plaus eine Bürgerversammlung mit ersten Ergebnissen der Fragebogenaktion befasst. Demnach wurde die Lebensqualität im Dorf auf einer von 0 bis 10 reichenden Skala mit 7,8 bewertet.
Radwege, Müll, Spielplätze, Freizeit - Gesundheitsförderung ist weit mehr als Vermeidung von Krankheit. Auch in Bruneck und Kurtatsch wurde die Bevölkerung angehört. In Bruneck hatten 900 ausgewählte Bürgerinnen und Bürger im Rahmen einer repräsentativen Stichprobe die Gelegenheit, sich über Gesundheit und Lebensqualität in ihrer Gemeinde zu äußern. Dem Gemeindeblatt Kurtatsch wurde wiederum ein Coupon beigelegt, mit dem die Bevölkerung im Rathaus Hinweise und Vorschläge für Maßnahmen zur kommunalen Gesundheitsförderung deponieren konnte. Anfang Mai hatten in Kurtatsch Entscheidungsträger und Entscheidungsträgerinnen über Gesundheit und Verkehr sowie über Freizeit- und Betreuungsangebote für Kinder und Jugendliche debattiert.
Gesundheitsförderung betrifft aber nicht nur Unternehmen und Gemeindeverwaltungen. Jeder kann etwas zur Stärkung der eigenen Gesundheit tun - und entsprechende Angebote nutzen. Die Stiftung Vital richtet deshalb in Zusammenarbeit mit zahlreichen Vereinen und Verbänden unter dem Motto "Südtirol bewegt sich" einmal im Jahr einen Gesundheitswandertag aus. Und das mit großem Erfolg. 2006 waren mehrere Tausend Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum 1. Südtiroler Gesundheitswandertag nach Montiggl gekommen. In diesem Herbst wird im Pustertal gewandert - und zwar am 16. September in Bruneck.

Erste gesunde Kochshow im Waltherhaus in Bozen

Bewegung wirkt vielseitiger und nachhaltiger auf die Gesundheit als jedes Medikament. So stärken regelmäßige Wanderungen nicht nur das Herz-Kreislaufsystem und die Atmung, sondern auch den Stoffwechsel, den Bewegungsapparat, sowie das Nerven- und Immunsystem. Bewegung muss nicht aufwändig sein: Erwachsene, die zwei bis drei Mal in der Woche körperlich aktiv sind, beugen bereits zahlreichen Herzkreislauf- und Stoffwechselerkrankungen vor. Die Gehirnfunktionen sind ebenfalls betroffen. Schon durch regelmäßiges Spazierengehen werden das Kurzzeitgedächtnis und das Lernvermögen deutlich verbessert.
Ein anderes - ebenfalls kostenfreies - Angebot betrifft die Ernährung. Oder besser: Das Kochen. Am 24. Mai luden die Stiftung Vital und das Landesassessorat für Gesundheit und Soziales zur ersten MINI MED Vital-Kochshow ins Bozner Walterhaus. 350 Zuschauerinnen und Zuschauer waren gekommen. Aber auch das Schaukochen hat einen ernsten Hintergrund: Schließlich ist "ungesundes Kochen" eine Ursache für Krebs und Diabetes, viele Magen-, und Darmerkrankungen, Bluthochdruck, Gicht, Herzinfarkt, Karies oder Osteoporose. Eine ausgeglichene und angemessene Ernährung beugt dagegen wirksam vor. Dabei wird niemandem ein eintöniger Speiseplan verordnet. Denn gesunde Nahrung schmeckt ausgezeichnet. Auch das zeigte der Küchenzauber im Waltherhaus. Natürlich durfte das Publikum die Speisen vor Ort verkosten - für viele Besucherinnen und Besucher ein erster Schritt zu einem "gesunden" Genießen.

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