Umwelt und Landschaftsschonende Straßeninstandhaltung
Thermologik und Feuchtsalzstreuung
Um die Verkehrssicherheit auch bei Schnee und Eis zu gewährleisten, werden Streumittel eingesetzt. Um die Umwelt nicht zu belasten, heißt das Ziel des Assessorates für Bauten "so wenig wie möglich, so viel wie nötig"!
Dabei kommen zwei wichtige Technologien auf den Straßen Südtirols zum Einsatz. Eine ist die "Thermologik Technologie". Mit Computern wird die Straßenoberflächenthemperatur gemessen. Entsprechend dieser Messwerte, werden computergesteuert die benötigten Streumaterialmengen auf die Fahrbahn gestreut.

Die zweite Technologie ist die Feuchtsalztechnologie. Dabei wird das Salz im Streuteller mit einer Salzlösung angefeuchtet. Die Eigenschaften dieser Mischung sind so optimal, dass eine Reduzierung der notwendigen Salzmenge erreicht wird.
Recycling im Straßenbau
Im Straßenbau werden wertvolle Rohstoffe eingesetzt. Sobald diese ihren Zweck erfüllt haben, werden sie jedoch zu Schadstoffen. Deshalb strebt das Ressort für Bauten der Autonomen Provinz Bozen das Recycling solcher Stoffe an. Seit nunmehr sieben Jahren setzen sich die Abteilung Straßendienst und das Amt für Geologie und Baustoffprüfung ein, um das Recycling von Baumaterialien zu perfektionieren und in Pilotprojekten zu testen.

Das einzigartige Projekt "Ischia Frizzi" ist das Ergebnis der gesammelten Erfahrungen. Fünf Straßenabschnitte wurden mit verschiedenen Recyclingmethoden saniert, was ermöglicht, die einzelnen Methoden, auch im Laufe der Zeit miteinander zu vergleichen.
Einbau von Russpartikelfiltern
Die Abteilung 12 Straßendienst rüstet den eigenen Fuhrpark seit ein paar Jahren "umweltbewusst" um. In den letzten Jahren wurden immer wieder Russpartikelfilter angekauft und eingebaut. Seit 2004 wird bei Ausschreibungen für neue Fahrzeuge der Dieselpartikelfilter als Grundausstattung verlangt.
Schadstoffschluckender Straßenbelag in St. Ulrich
Ende Juli 2005 wurde in St. Ulrich auf einer Versuchsstrecke ein Straßenbelag gestestet, der für die Zukunft sehr wichtig werden könnte. Er besitzt nämlich die Fähigkeit, auf der Straße anfallende Schadstoffe durch eine chemische Reaktion zu reduzieren. Die Verschleißschicht besteht aus einem Drainasphalt, dessen Hohlräume mit einem Titanoxidgemisch ausgefüllt sind. Durch die Sonneneinstrahlung werden Schmutzteile in der Luft in Mineralsalze umgewandelt. Mit der Teststrecke in St. Ulrich soll kontrolliert werden, ob die Wirkung dieser fotokatalytischen Mischung den Erwartungen entspricht.
Ökologische Bodenmarkierungsfarbe auf Wasserbasis
Der Straßenbeschilderungsdienst der Landesverwaltung nimmt jährlich Instandhaltungsarbeiten an der Bodenmarkierung auf den Landesstraßen vor.
Seit ungefähr acht Jahren werden vermehrt auch umweltfreundliche Farben eingesetzt. Diese bestehen aus Acrylharzbasis und werden wasserverdünnt, mit einem geringen Lösungsmittelanteil (ca. 2 %) eingesetzt. Diese Farben gelten als äußerst umweltverträglich, weil sie nur kleinste Mengen an hochflüchtigen Stoffen freisetzen.
Dr. Arch. Josef March, Irene Mahlknecht
Assessorat für Bauten, ladinische Schule und Kultur
www.provinz.bz.it/ressorts/bauten