Umweltgifte - wir können überleben!
Dr. med. Gudrun Gschwendt
Umweltgifte:
wir sehen sie nicht,
wir hören sie nicht,
wir schmecken sie nicht
und trotzdem sind sie da
und wirken auf uns ein ...
Warum immer am Samstag trotz genauer Medikamenteneinnahme Asthmaanfälle?
Warum kann ein Baby die Taufe nicht vertragen?
Kopfschmerzen immer beim Hausaufgaben machen?
. am Samstag gibt´s Wochenputz mit starken Chemikalien, die die Atemwege
reizen können,
. das Taufkissen, frisch aus der Reinigung und nicht ausgelüftet, enthält
noch Rückstände der Reinigungsmittel, die bei einem nur 3kg schweren
Menschlein schon zur Leberbelastung werden können,
. werden die Hausaufgaben in der Küche, wo mit Gas gekocht wurde, gemacht
ohne zu lüften, kommt es speziell bei Kindern immer wieder zu Kopfschmerzen
...
Die Umweltgifte sind wie der Besen bei Goethes Zauberlehrling: einmal herbeigerufen,
bereiten sie Schwierigkeiten, wenn wir uns nicht wenigstens ein bißchen
schützen.
Die ganze Umweltproblematik "pendelt" zwischen 2 Extremen: einer
Fortschrittsgläubigkeit, vordergründigen Euphorie in wirtschaftlicher
Sicht als dem einen Extrem und einer Weltuntergangsstimmung, Panik vor der
Zukunft und Pessimismus als anderem Extrem.
Es liegt an uns, das "ökologische Einheitsprinzip" zu
erkennen und danach zu handeln.

Was immer wir als Umweltgifte in die Welt bringen, bleibt in irgendeiner
Form existent, abgebaut zu neuen Substanzen oder unabgebaut. Werden sie
abgebaut, belasten sie uns in neuer Form als Metaboliten. Alles kommt entweder
auf uns oder spätestens auf unsere Kinder und Kindeskinder zurück.
"Aus den Augen, aus dem Sinn" funktioniert bei Umweltgiften nicht.
Sie "verschwinden" im Boden, gelangen ins Grundwasser oder ins
Meer, in die Fische, verflüchtigen sich in die Luft und kommen in der
Nähe oder sogar in weite Ferne verfrachtet als Morgentau oder als Regen
wieder herunter. Dies betrifft auch die Pestizide aus der Landwirtschaft
oder von den intensiv behandelten Golfplätzen, die so nach kilometerweiter
Verfrachtung auf unsere Hausgärten herunterkommen. So schließt
sich der Kreis um uns Menschen.
Die 12 millionste neue chemische Substanz wurde vor Monaten angemeldet.
Nur eine ökologische Grundhaltung und ökologisches Verhalten jedes
einzelnen kann uns vor dieser Unmenge wenigstens zum Teil verschonen.
Niemand kann sich diese Vielzahl an Substanzen und ihre Nebenwirkungen merken,
deshalb müssen wir zu unserem Schutze ökologisch denken, was wiederum
der Ökologie zugute kommt. Lokal erzeugte Produkte brauchen wenig Konservierungsmittel
und vermindern das Verkehrsaufkommen mit all seinen krebs- und allergiefördernden
Abgasen. Biologische und natürliche Produkte sind zudem nachweisbar
auch weniger belastet. Dies betrifft alle Sektoren unseres täglichen
Lebens, von den Lebensmitteln, Kleidern, Baumaterialien, Einrichtungsgegenständen
bis zu Reinigungsmitteln und Kosmetika.

Ein ganz normaler Bürger, der nichts mit Umweltgiften zu tun hat, kommt
täglich mit mindestens 10.000 solcher Substanzen in Berührung.
Allein in einer kosmetischen Serie sind ca. 4.000 enthalten. Mit diesen
Substanzen muß sich unser Immunsystem auseinandersetzten, muß
sie erkennen und unschädlich machen.
Wir können uns unser Immunsystem als Faß vorstellen, das die
Umweltgifte aus den verschiedensten Quellen füllen. Bei einer Überlastung
geht das Faß über, das heißt Krankheit. Um das Übergehen,
die Krankheit, zu vermeiden, haben wir 4 Auslaßhähne, die wir
tagtäglich benützen müssen: Darm, Niere, Lunge, Haut.
Umweltgifte werden nach ihrem Lösungsverhalten im Körper in zwei
Gruppen eingeteilt: die wasserlöslichen und die fettlöslichen.
Umweltgifte
wasserlösliche
Durch die leichte Resorption in die Blutbahn erfolgt eine sofortige
Verteilung über den ganzen Körper.
Häufig sind akute Intoxifikationen, chronische Vergiftungen
sind selten, Depoteffekte entstehen kaum.
Meist erfolgt schnelle Elimination über Leber und Niere. |
fettlösliche
Durch leichte Resorption in fetthaltiges Gewebe entstehen vieljährige
biologische Halbwertszeiten mit Organschädigungen.
Selten sind akute, häufig aber chronisch toxische Wirkungen
mit unspezifischen Symptomen, ebenso Depoteffekte.
Langsame Elimination geschieht über Leber, Niere und Darm,
über Lunge und Schweiß, wenn bestimmte Abbauschritte
eingeschlagen werden. |
Schwermetalle nehmen eine Sonderstellung ein, da sie je nach ihrem Vorkommen
in einer chemischen Verbindung wasserlösliche oder fettlösliche
Eigenschaften aufweisen.
Der Wirkungsmechanismus der Umweltgifte ist nur bei wenigen der vielen Gifte
bekannt. Ihr Angriffspunkt ist meist nicht gezielt auf ein Organ abgestimmt,
sondern kann irgendwo im Körper sein. Dadurch sind die Symptome individuell
verschieden und können überall im Körper auftreten.
Besonders schädlich sind die fettlöslichen Umweltgifte. Sie lagern
sich im menschlichen Fettgewebe ab, sind sehr persistent, werden dort immer
konzentrierter. Sie lösen bereits in niedrigsten Konzentrationen (subklinischer
Bereich) auf die Dauer chronische Krankheiten aus.
Umweltgifte verändern auch natürliche Stoffe und macht sie verstärkt
zu Allergenen. Die Allergien nehmen in bedrohlichem Ausmaß zu. Ein
typisches Bespiel sind die Pollen. Elektronenmikroskopische Aufnahmen der
Uni Düsseldorf ergaben deutlich sichtbare Veränderungen der Oberflächenstruktur
von Pollen in Straßen- und Autobahnnähe und damit eine verstärkte
allergische Wirkung.
Wissen und Information sind Voraussetzung, um uns vor den Umweltgifte zu
schützen. Betrachten wir deshalb die wichtigsten Umweltgifte, ihr Vorkommen
und ihre Entstehung.
•
Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe
(=PAKs). Sie entstehen bei jeder Verbrennung: Hausbrand, Industriebrand,
Verbrennungsmotoren (vor allem Diesel), Flugzeuge, Räuchern, Grillen
und Anrösten von Speisen, Tabakrauch. Schutzmöglichkeit: Vermeiden,
Radikalenfänger: Vitamin C, E;
•
Stickstoffverbindungen. Vor allem Nitrite
und hohe Nitratwerte (N-Nitrosoverbindungen) aus dem Tabakrauch, aus Kosmetika,
Parfümen, aus stark gedüngtem Gemüse, gepökeltem Fleisch,
Wurstwaren oder aus Düngemitteln sind hier zu nennen. Im Körper
kann sich das aufgenommene Nitrit mit Eiweiß zu krebsauslösenden
Nitrosaminen umwandeln. z.B. beim gemeinsamen Braten von Wurst, Schinken
(ham) und einem Ei (egg). Schutzmöglichkeit: vermeiden, Vitamin C
•
Aflatoxine und Mykotoxine. Das sind
Gifte aus bestimmten Schimmelpilzen, welche in angeschimmelten Lebensmitteln,
wie Brot, Getreide, Erdnüssen, Mandeln, Marmeladen, und in angeschimmeltem
Obst, usw. vorkommen. Sie bewirken unter anderem Leberkrebs und werden auch
mit Aufkochen (Marmeladen) nicht kaputt! Schutzmöglichkeit: NichtsVerschimmeltes
essen
•
Asbest. Er bildet kleine Fasern, die
lungengängig sind und Krebs auslösen (Lungenkrebs). Man findet
Asbest in Isolierungen, feuerfesten Materialien und Wandverkleidungen. Schutzmöglichkeit:
Fachmännisch entsorgen
•
Pestizide. Werden in der Landwirtschaft
als Fungizide, Insektizide, Akarizide und Herbizide verwendet. Auch im Haushalt
begegnen wir ihnen in den Lebensmitteln, Wasch- und Spülmitteln, Anstrichfarben,
Raumluft- und Fliegensprays, Motten- und Holzschutzmitteln. Viele dieser
Substanzen haben neben ihrer toxischen zusätzlich noch östrogenartige
Eigenschaften und können Brust-, Gebärmutter- und Eierstockkrebs
bewirken! Schutzmöglichkeit: Biologische Produkte
•
UV Strahlen. Sie können bei intensivem
Konsum Hautkrebs auslösen, besonders die UV-B-Strahlen! Schutzmöglichkeit:
wenig Exposition, Sonnenschutz durch entsprechende Kleidung, Sonnenbrillen
und Schutzcreme mit physikalischem Filter
•
Radioaktivität ist leukämie-
und krebsfördernd. Bei einem "atomaren Gau" sind Einnahmen
von Selen, Zink, Magnesium, Germanium (Knoblauch), Kaliumjodidtabletten,
wie in Österreich in alle Haushalte abgegeben, möglichst unter
ärztlicher Aufsicht zu raten. Das radioaktive Edelgas Radon gast in
manche Kelleräume aus, es kann Lungenkrebs erzeugen! Schutzmöglichkeit
siehe Broschüren der Umweltagentur
•
Tabak. Radioaktives Polonium, Teer,
Cadmium und radioaktives Cäsium, über 4000 schädliche Stoffe
wurden schon "aufgespürt", die in die Einatmungsluft der
Aktiv- und der Passivraucher übergehen und sich zusätzlich am
Staub, Boden, in den Vorhängen, Teppichen usw. ablagern. Wenigstens
in den eigenen 4 Wänden sollten wir weder selbst noch passiv mitrauchen
müssen!
•
Manche Azofarbstoffe finden als Zusatzstoffe,
mit E-Nummern versehen, in Lebensmitteln oder in Textilien Verwendung. E
- Nummern sind auf Nahrungsmitteln angegeben. Beim Einkauf sollten sie beachtet
und vermieden werden! Im speziellem E102 das Tartrazin. Schutzmöglichkeit:
Etiketten lesen und entsprechende Produkte möglichst vermeiden.
•
PCBs (Polychlorierte Biphenyle). Sie
kommen in Fugenmassen, in Dichtungen, als Weichmacher und in Dämmstoffen
vor. Sie sind häufig mit Dioxinen verseucht. PCBs sind heute verboten,
allerdings sind noch vielfach Restbestände vorhanden.
•
Dioxine entstehen vor allem bei der
Verbrennung von PVC, von mit Holzschutzmitteln behandeltem Holz und von
allen chlorhaltigen Produkten. PVC- und andere chlorhaltige Produkte vermeiden

Jeder kann seine eigene Welt verändern!
Nicht nur die Umweltgifte gelangen in den Kreislauf, in den wir Menschen
eingebunden sind, auch das Positive, das wir tun, tritt in den Kreislauf
ein und kommt wieder auf uns zurück.
Weiterführende Information:
Gschwendt, G.: Leben mit Umweltgiften,
Athesia-Verlag
Gschwendt, G.: Fit ab 40,
Athesia-Verlag
Der schwerste Kampf ist der gegen die menschliche Trägheit,
die unter der Maske der Nachgiebigkeit, Versönlichkeit und Milde das
Böse und Unwahre vertuscht und sich dem Kampfe entziehen will.
Ricarda Huch