Auf dem Stand der Technik - Leistung und Ausstattung der Vinschgerbahn
Die Wiederinbetriebnahme der Eisenbahnstrecke Meran-Mals ermöglicht
es sowohl den Pendlern/innen, als auch dem gesamten Vinschger Fremdenverkehr
schnell und bequem an den gewünschten Zielort zu gelangen.
Die neue Vinschgerbahn zeichnet sich durch ein sicheres und äußerst
effizientes Streckenführungssystem aus. In Meran befindet sich die
Hauptschaltestelle, von wo aus alle Bahnhöfe und Schranken zentral
gesteuert werden.
8 Fahrzeuge der jüngsten Generation werden den Betrieb sicherstellen.
Sie verfügen über 104 Sitzplätze und 124 Stehplätze.
Profitieren werden die Reisenden von der auf die Bahnsteighöhe abgestimmten
Niederflurbauweise und der großen Türweite, die einen stufenfreien
bzw. behindertengerechten Einstieg in den Fahrgastraum ermöglichen.
Zur Verfügung steht auch ein Mehrzweckraum zum Abstellen von Gepäck,
Fahrrädern oder Kinderwagen. Die attraktive Innenraumgestaltung mit
zeitgemäßem Design und die Geräuscharmut der Fahrzeuge
sorgen für garantiert entspanntes Reisen.
Auch in den Sommermonaten ist moderner Reisekomfort gewährleistet:
Die Fahrgast- und Fahrerräume sind mit einer getrennten Klimatisierung
ausgestattet.
Besonders hervorzuheben sind die beim Gleisbau verwendeten innovativen
"Y"-Schwellen, die in Italien so zu sagen Premiere feiern. Ihre
Merkmale sind der hohe Sicherheitsstandard, die lange Lebensdauer und
die geringen Wartungsspesen. Diese Geleise sind auch bei extrem kleinen
Kurvenradien lückenlos verschweißbar.
Von Schlanders nach Istanbul
Die erste Idee zur Vinschgerbahn stammt aus dem fernen Jahr 1830, als
man England und Indien auf dem kürzesten Weg verbinden wollte. 1867
wurde die Brennereisenbahn eröffnet, 1881 folgte die Eisenbahnlinie
Bozen-Meran, 1884 die Arlbergbahn. 1895 plante Adolf Guyer Zeller eine
Engadin-Orient Bahn über das Vinschgau nach Triest und weiter bis
nach Istanbul.
Als 1896 die Valsuganabahn eröffnet wurde, sprach man noch von der
Bahnlinie Basel - Chur - Venedig und der Verbindung Landeck - Bozen. Im
selben Jahr fiel in Wien die Entscheidung, die Vinschgerbahn quasi als
Lohn für den großen Einsatz der Vinschgauer Bevölkerung
zu bauen.
Nach einer Bauzeit von nur zweieinhalb Jahren wurde die Bahnlinie am 1.
Juli 1906 eröffnet. Für das Tal brachte die Bahn einen großen
wirtschaftlichen und touristischen Aufschwung.
1918 ging die Bahn an die italienischen Staatsbahnen über. Die Österreicher
wurden beauftragt die Bahnlinie von Mals bis Landeck als Reparationszahlung
an Italien fertig zu stellen. Doch dann kam der Zweite Weltkrieg dazwischen.
Mit den Arbeiten wurden zunächst Kriegsgefangene betraut.
Lange Jahre schwebte das Damoklesschwert über der Bahn. 1989 beschlossen
die italienischen Staatsbahnen den Bahnverkehr Meran - Mals einzustellen.
Ausschlaggebend waren die zu geringen Benutzerzahlen. Noch bis 1991 gab
es wöchentliche Dampflokfahrten bis Latsch. Die endgültige Stilllegung
folgte am 2. Juni 1991.
1999 ging die gesamte Anlage an das Land über, und zur Jahrtausendwende
begannen die Arbeiten zur Wiederinbetriebnahme, die nun - sechs Jahre
später - vor der Tür steht.
Weitere Informationen:
Ressort für Personal, Tourismus und Mobilität
www.vinschgauerbahn.it