Wassernutzungsplan
Wasser ist Leben, ohne Wasser ist kein Leben möglich. Der korrekte Umgang mit den Wasserressourcen ist deshalb lebensnotwendig. Wasser ist als Fließgewässer, als stehendes Gewässer, als Grundwasser, als Gletscher, als Niederschläge zu verstehen. Wasser präsentiert sich dabei als Wasserspeicher und Energiespeicher, aber auch in direkter nutzbarer Form. Ressourcenschonung und Vorratshaltung ist angesagt, abgestimmt mit der direkten Verwertung in Form von Trinkwasser, für landwirtschaftliche oder industrielle Nutzung auch für die Erzeugung von Strom.
Nicht vergessen dürfen wir dabei die ökologische Funktion, die alle Wasserformen ausüben. Dazu gehört die Grundwasserneubildung, die Erhaltung des Lebensraumes für Fische und Kleinlebewesen. Wasser ist Landschaft bildend, Wasserfälle, ursprüngliche Bachverläufe haben einen hohen Erholungswert und sind Grundlage der Artenvielfalt.
Wir dürfen auch nicht vergessen, dass wir die Entnahme von Wasser aus den Fließgewässern auf ein Maß beschränken müssen, dass auch die an den Unterläufen liegenden Provinzen ihren Bedarf abdecken können. Es geht also um die gerechte Aufteilung auf alle Nutzer und Nutzungen im gesamten Einzugesgebiet eines Flusssystems, wie jenes der Etsch.
Der Wassernutzungsplan legt die Prioritäten der verschiedenen Nutzungen fest. Dabei steht an erster Stelle die Trinkwasserversorgung, danach die landwirtschaftliche Nutzung an zweiter Stelle, erst dann rangieren die anderen Nutzungen wie Energieproduktion, Beschneiung, Industrie usw.
Wasser dient als Trinkwasser für Mensch und Tier, derzeit werden 48 Millionen m³ jährlich dafür verbraucht. Der Bedarf ändert sich nicht wesentlich, ein Anstieg auf 55 Millionen m³ ist vorgesehen. Das genutzte Wasser wird nicht tatsächlich verbraucht, denn nach der Klärung wird es dem Gewässer wieder zurückgegeben. 99% aller Abwässer in Südtirol werden gereinigt.
Der Bedarf an Beregnungswasser in der Landwirtschaft wird stärker ansteigen, denn Trockenperioden während der Vegetationszeit sollen laut Prognosen häufiger auftreten, zukünftig könnten 195 Millionen m³ dafür benötigt werden, so der Vorschlag. Ein Ausgleich kann durch Anlegen von Wasserspeichern größerer Dimension gefunden werden.
Die Erzeugung von elektrischer Energie steht erst hinter den oben angeführten Nutzungsformen. Dieser Nutzungszweig ist wichtig, erfüllt doch der Strom aus Wasserkraft eine wichtige ökologische Funktion, da keine Emissionen an Treibhausgasen damit verbunden sind. Das Wasser wird dabei nach der Nutzung dem Fluss wieder zurückgegeben, steht also für weitere Nutzungen zur Verfügung. Wichtig dabei ist, dass in der Reststrecke nach der Ableitung noch genügend Wasser für die Aufrechterhaltung der anderen ökologischen Funktionen bereit steht.
Die Beschneiung der Skipisten ist ohne ausreichende Wasserversorgung nicht möglich. Hierfür sind 5,4 Millionen m³ vorgesehen, es müssen allerdings vermehrt Speicherbecken zur Bevorratung angelegt werden.
Für Industriezwecke werden ca. 80 Mio m³, verbraucht, durch verstärkte Kreislaufführung des Wassers, was zunehmend geschieht, wird der Bedarf kaum verändert.
Der korrekte Umgang mit Wasser ist Teil unseres Alltagslebens. Wasser ist nicht grenzenlos verfügbar. Wassersparen durch bewussten Verbrauch und verbesserte Technologien ist dringend erforderlich.
Weitere Informationen unter www.provinz.bz.it