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Abfallbewirtschaftung - erfolgreiches Müllkonzept in Südtirol

Das Konzept einer nachhaltigen Abfallwirtschaft besteht aus Müllvermeidung, Mülltrennung und Müllverwertung. Das Land Südtirol ist hierbei ein exemplarisches Beispiel in der Umsetzung.

Müllvermeidung bildet die Basis einer guten Abfallwirtschaft und es gilt daher „Weniger ist mehr“. So lautete auch das Motto einer breit angelegten Informationskampagne des Landes, um die Bevölkerung zu kritischem Konsumverhalten zu motivieren. Jeder Einzelne von uns kann z.B. bereits über den bewußten Einkauf von verpackungsarmen Produkten, der Entscheidung für Mehrwegflaschen und der Verwendung von Recyclingpapier wesentlich Müll verhindern. Dies gilt auch für die fast 70 Geschäfte in Südtirol, die über das erhaltene Umweltsiegel ihren Beitrag dazu leisten.

„Aber Müll läßt sich nicht gänzlich vermeiden und daher ist Mülltrennung eine weitere effiziente Säule der Abfallwirtschaft. Südtirol ist mit einer Müll-Trennquote von 55 Prozent Italiens Vorzeigeprovinz und liegt auch im europäischen Vergleich im Spitzenfeld nach Österreich und Deutschland“, betont Landesrat Michl Laimer.
Schon seit fast zwanzig Jahren wird in unserem Land Wertstofftrennung (Glas, Papier, Metall) betrieben und Naturns war sogar die erste Gemeinde Europas mit einer eigenen Biomüllsammlung. Gegenwärtig wird über die Bezirksgemeinschaften fast fächendeckend Biomüll gesammelt und über 30.000 Tonnen Biomüll in der Kompostierungsanlage in den Tisener Auen verarbeitet. Die eifrigsten Biomüllsammler sind die Bezirke Pustertal (80 Kilogramm pro Einwohner) und Burggrafenamt (60 Kilogramm pro Einwohner). Diese Mengen entsprechen europäischen Spitzenwerten.

Das System der spezifischen Mülltrennung hat sich bewährt und die Gemeinden Schlanders, Naturns und Sand in Taufers sind mit 70-80 Prozent Sammelquote besonders erwähnenswert. Südtirolweit zählen wir 76 Wertstoffhöfe sowie vier Wertstoffzentren, in denen der „wertvolle Abfall“ von der Bevölkerung abgegeben werden kann. Nach der Trennnung bleiben noch etwa 109.000 Tonnen an Restmüll übrig und rund 10.000 Tonnen Sperrmüll.

„Nach heutigem Wissenstand ist die Müllverbrennung vom technischen Standpunkt aus die sicherste und am besten geprüfte Entsorgungsmethode. Das wird von Studien immer wieder belegt“, erklärt Landesrat Laimer.
Eine thermische Restmüllverbrennungsanlage befindet sich in Bozen, für die gerade eine neue in Bau ist.
Ein Problem sind die jährlich anfallenden 53.000 Tonnen Klärschlamm. In der Kläranlage Tobl in St. Lorenzen wird die Hälfte davon getrocknet und verbrannt, der Rest nach Deutschland geliefert bzw. in die Poebene zur Kompostierung. Das Ziel ist jedoch den gesamten Klärschlamm im Land zu verarbeiten, daher wird eine hydrothermische Karbonisierungsanlage in Tramin errichtet.

Ein wichtiger Aspekt im Umgang mit unserem Abfall ist Umwelterziehung und Bewusstseinsbildung. Aus diesem Grund wird auch bereits in den Schulen ganz gezielt mit Umweltbildungsprojekten gearbeitet.